GOTS wurde 2008 durch den Zusammenschluss von 8 eigenständigen nationalen Zertifizierungen ins Leben gerufen.  Geprüft wird bei dieser Zertifizierung nicht bloß auf Schadstoffe, sondern auch auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit entlang der gesamten Produktionskette. So wird also die Produktions- UND Humanökologie geprüft. Was GOTS vor allem auszeichnet ist die Tatsache, dass bedenkliche Schadstoffe nicht nur mit Grenzwerten versehen sind, sondern komplett verboten! GOTS regelt allgemein Verarbeitung, Konfektion, Verpackung, Kennzeichnung, Handel und Vertrieb aller Textilien, die aus mindestens 70% ökologisch erzeugten Naturfasern bestehen. Mit „bio“ oder „kbA/kbT“ gekennzeichnet muss sogar  mindestens aus 95% kontrolliert biologisch erzeugten Fasern hergestellt sein.

Das Siegel ist in drei Bereiche Klassifiziert:

Zunächst einmal die Zertifizierung von mechanischen Textilverarbeitungs- und -konfektionsbetrieben sowie ihrer Produkte. Hierbei ist wichtig zu nennen, dass eben diese 70% bzw. 95%  natürlicher Fasern im Produkt sein müssen, um überhaupt eine GOTS Zertifizierung zu erlangen. Sprich alles was mehr Synthetik drin hat ( mit Ausnahme von  Socken, Leggins, Sportbekleidung die max. 25% synthetische Fasern haben dürfen ) kann gar nicht Zertifiziert werden.

Dann die Zertifizierung von Nassveredlern und Ausrüstern sowie ihrer Produkte. Ausrüsten und Nassveredeln könnt ihr euch so vorstellen, dass euer Jeansstoff nach dem Färben noch gewaschen werden muss, um beispielsweise Bleichmittel hinzuzufügen, damit das Blau gleichmäßiger wird. Ein GOTS Zertifizierter Betrieb ist hierbei verpflichtet, dass er sein Abwasser so aufbereitet, dass es nicht in unser Grundwasser gelangt.

Die dritte Zertifizierung bezieht sich auf die Handelsunternehmen und ihre Produkte. Es werden hierbei, wie eigentlich auch überall, alle wichtigen Parameter der Humanökologie geprüft: sozialverantwortliches Management, anerkannte Anstellungen, mögliche Bildung von Gewerkschaften, keine Diskriminierung, keine überlangen Arbeitszeiten, existenzsichernde Löhne, keine Kinderarbeit etc.

 

Die Betrieb werden einmal Jährlich von einer vor Ort Inspektion geprüft! Es werden sowohl angekündigte als auch unangekündigte ( bei Verdachtsfällen )  Besuche durchgeführt.

Eine ausführliche 40 Seiten PDF findet ihr HIER

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass für mich das GOTS Siegel eine sehr sicherere und transparentere Zertifizierung ist! Wenn nicht sogar eine der Besten aktuell existierenden! Leider greift sie eben nur bei Naturfasern. Für Materialien wie Micro Modal ist wohl eher der Öko Tex Made in Green  ein geeignetes, wenn auch Meiner Meinung nach nicht ganz so transparentes, Siegel.

GOTS setzt den ökologischen Standard sehr sehr hoch an! Ein einziges Problem sehe ich bei den Kriterien, wie beispielsweise der Garantie von Existenslöhnen oder geregelten Arbeitszeiten, da sich hierbei an „nationalen Standards“ orientiert wird und die Begriffe mir nicht zu exakt definiert wurden. Da sollte man vielleicht noch nachschauen ob der Betrieb Mitglied der Fair Wear Foundation ist und auf deren Seite einen Performance check machen!

 

Posted by:franzi slows down

Textile Engineering and Sustainable Blogging with focus on slow fashion

Eine Antwort auf „Durchblick im Textilsiegeldschungel: GOTS

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