Zurück von der Ethical Fashion Week und mit sehr vielen neuen Eindrücken im Kopf, veröffentliche ich hier nun ein Interview mit Kai Nebel. Kai Nebel ist an meiner Hochschule in Reutlingen Leiter der Forschung. Der Ein oder Andere kennt ihn vielleicht aus dieser Doku  über Recycling von Arte. Da ich das Gefühl in Berlin hatte, dass wir in diesem ganzen Sustainability und fair fashion Sektor viel mehr Wissen und Aufklärung brauchen, um wirklich NACHHALTIG zu konsumieren, kam mir der Gedanke eines Experten Interviews. Ich hoffe ihr könnt viel mitnehmen und euch in der ein anderen Sache auch hinterfragen. Ursprünglich wollte ich auf das Thema Recycling hinaus, was ja von so vielen gewünscht wurde. Es ist dann aber eher zu einem Gespräch geworden, welches überhaupt den Sinn von Recycling und die Tatsache, dass wie überhaupt recyceln hinterfragt. Textiler unter sich schweifen wohl gerne ein bisschen ab, ich hoffe aber es ist informativ und unterhaltsam!

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Wie qualitativ hochwertig  ist ein Textil, dass aus Recycling Polyester hergestellt wird und kann ich PET überhaupt zu 100% Recyceln?

Da bin ich noch nicht ganz 100% dahinter gekommen. Theoretisch und Grundsätzlich ist die Qualität genauso „gut“. Praktisch wird dann, nach Expertenmeinung, ein gewisser Prozentsatz neues Material zugemischt. Grundsätzlich funktioniert das Alles, die Frage ist nur, mit welchem Aufwand. Das Material muss sortiert, gewaschen, entfärbt werden, du musst beachten welches PET du nimmst (manches enthält Weichmacher, das Mehrweg PET enthält keine) und so weiter. Für sinnvoll halte ich das aber überhaupt nicht!

Wir haben so viele Klamotten, wir könnten 10 Jahre lang auf die komplette Textilindustrie verzichten und es würde uns die Kleidung nicht ausgehen. Solange ich so viele Tonnen Textilien jedes Jahr wegwerfe, muss ich eigentlich nicht noch mehr Recyceln! Natürlich ist das technologisch machbar, und wenn ich salopp gesagt eine Ökobilanz aufmale, dann ist es natürlich besser aus dem PET ein Recycling Produkt zu machen, als eine Bohrinsel aufzustellen. Aber ich brauche die Produkte nicht!

Recycling von PET Flaschen wird oft mit dem Argument der Ressourcen Einsparung in Kontext gebracht. Was ist aber mit den Ressourcen wie Wasser, Energie oder auch Chemikalien, die für diesen Prozess neu aufgebracht werden müssen? Ist PET Recycling wirklich so Ressourcen Sparend, wie es immer deklariert wird? 

Zunächst muss ich nicht nach dem Recyceln, sondern nach der Sinnhaftigkeit der PET Flasche fragen. Natürlich ist es sinnvoll die PET Flasche zu recyclen, wenn sie schon da ist, aber die Frage ist wie oft und wo landet sie dann? Und natürlich kann ich die Recyceln oder Downcyceln, aber das PET ist dann ja nicht weg. Das gilt genauso für die Fischernetze, die sie da aus dem Meer ziehen. Die Idee ist echt toll, aber diese Idee dann dafür zu verwenden, wieder ein Produkt zu produzieren, das dann auch wieder irgendwo landet, vielleicht sogar wieder im Meer, ist nicht sinnvoll. Hier muss eigentlich eine komplett überwachte Kreislaufwirtschaft greifen und da sind wir noch meilenweit entfernt davon!

Ist es also Sinnvoll Kleidung aus Recycling Polyester herzustellen?

Ich finde nicht! Also wenn man es denn braucht, das muss man von Fall zu Fall sehen. Aber da wir viel zu viel haben.. Nein! Wenn ich die Kleidung wirklich in einen Kreislauf führe und dafür sorge dass sie nirgendwo anders landen, wenn ich eine Sortenreinheit habe und sie nicht zu stark chemisch behandle, lass ich mir das irgendwo noch gefallen, aber notwendig ist es eigentlich nicht. Es ist nur notwendig, weil so viel auf dem Müll landet. Und da ist die Frage wo man überhaupt ansetzt:  beim Recycling oder bei der Müllvermeidung an sich. Vor allem ist Polyester so billig! Kostenmäßig ist der Aufwand des Recyclings viel teurer, als wenn ich das Produkt neu kaufe.

Was sagst du zu Marken, die damit werben, dass sie Nachhaltig sind weil sie Klamotten aus Recycling Poly verkaufen? 

Da muss ich rückfragen: was ist da nachhaltig? Wenn ich so ein Recycling Shirt habe, dann verwend ich das einmal mehr, also haben wir einen Zyklus mehr. Viel wichtiger ist es doch zu sehen, dass wir trotzdem in den letzten Jahren unseren Konsum verdoppelt haben. Daher gesehen bringt das Recycling gar nichts, das ist alles additiv! Wenn ich jetzt dazu komme, dass ich nur noch recycle und gar nichts mehr Neues produziere, also dass ich all die Tonnen Textil nehme und solange recycle bis nichts mehr davon übrig bleibt; diese Vorstellung ist ja auch mehr als schwierig.

Kann man das jetzt mit seinem Gewissen vereinbaren, wenn man sagt, man kauft nur noch fair und nachhaltig und kauft dann Recycling Polyester? Oder widerspricht sich das nicht? 

Für mich persönlich widerspricht sich das dann, wenn ich schon 100 Pullis habe und dann als Alibi noch einen Recycelten kaufe. Eigentlich sollte man das System doch hinterfragen! Was ich ganz scheinheilig finde ist das, was viele bekannte Marken aus der Schuh und Outdoorbranche und Co machen. Diese Unternehmen machen einen riesen Aufruhr damit, dass sie recycelte Schuhe herstellen, die man immer wieder recyceln kann. Gleichzeitig aber, produzieren sie Tonnen von billigen minderwertigen Schuhen, die nach 2-mal Tragen auseinanderfallen. Wie soll denn das gehen? Wie willst du denn vor allem diese Schuhe wieder sammeln und solche Dinge. Modell-Vorhaben dieser Art sind wunderbar, aber sie funktioniert aktuell einfach noch nicht. Also komplettes Greenwashing im Moment, vor allem weil sie dafür einen Haufen an Gelder für ihre Kampagnen von der EU kassieren.

Kann ich ein Polyester Textil 100% Recyceln? 

Nein, das geht nicht! 100% nicht. Rein Verfahrenstechnisch hast du Verluste, und dann hast du da Farbstoff mit drin und so weiter.

Und wenn wir beim Kreislaufschema sind, was hältst du von Cradle to Cradle? 

Der Ansatz von Cradle to Cradle ist gut, aber führt in die völlig falsche Richtung! Ich kann doch nicht damit werben, dass ich ein T-Shirt aus Baumwolle schadstofffrei produziere und 100% kompostieren kann. Baumwolle ist aus Zellulose, natürlich kann ich das kompostieren. Aber wenn ich mit meine Cradle to Cradle T-Shirt ( HIER findet ihr mehr zu dem Thema) an einem Auto vorbei laufe, habe ich mehr Schadstoffe auf meinem Textil als durch irgendein nicht zertifizier bares Accessoire auf dem Shirt.

Wie gesagt, der Grundansatz ist ja nicht verkehrt, sich darum zu kümmern, das Textil Kreislauf fähig zu machen, aber man nimmt dieses Cradle to Cradle wie auch fairtrade & Co her um ein gutes Gewissen zu haben. „Ich hab nen Kleber drauf, mein Kunde fordert das, dann hat der auch ein gutes Gewissen und fertig.“ Mit dem Ziel, dass keiner weiter denken muss.

Der Lösungsansatz läge hier vor allem auch in der Produktgestaltung und im Design, dass man überlegt, was später mit dem Textil passiert und wo es landet. Habe ich das unter Kontrolle? Und das ist bei Kleidung ja etwas super Schwieriges, weil Kleidung etwas Persönliches, individuelles ist, da weist du nie, wo es am Ende landet.

Wenn man hier jetzt weiter denkt, muss man so ansetzen: dann hab ich eben keine High Tech Softshell Jacke, bei der ich genau weiß, dass sie später mal Sondermüll ist. Da kaufe ich mir dann eben eine mit Wachs beschichtete Baumwolljacke. Gut, aber dann brauche ich auch kein Cradle to Cradle. Und das wär der richtige Ansatz. Jetzt kann ich bei unserem derzeitigen Konsum die Menschheit nicht in Baumwolle oder Wolle kleiden, aber wenn ich nur noch halb so viel oder nur ein Bruchteil davon verbrauche und das Textil auch länger nutze und wenn ich da auch noch n bisschen besser dafür bezahle, dann schadet das der Industrie auch nicht und dann ist das der Nachhaltigere Ansatz.

Wenn man jetzt über den Green Showroom oder die innatex läuft und die ganzen tollen jungen Marken sieht, die sich Gedanken machen.. Was sagst du dazu? Macht das überhaupt Sinn? Im Endeffekt passiert ja gerade nur das, dass man irgendwie versucht, seinen Konsum mit Zertifikaten zu rechtfertigen.

Das siehst du komplett richtig. Die Menschheit will eben ein gutes Gewissen haben. Und wenn man das auch in der Politik verfolgt, da sieht man nur folgenden Ansatz: es geht immer nur darum, dass man weiter konsumiert wie bis her, nur eben nachhaltig! Am liebsten mit einem Siegel, das verlässlich ist, damit der Konsument nicht nachdenken muss. Aber das Konsumniveau soll ja an sich nicht sinken, das wär ja das Schlimmste. Und da ist eben der grundlegende Fehler.

Im Endeffekt haben wir als Verbraucher die Macht. Und so muss man anfangen; durch Pressearbeit, durch Konsumenten die Druck machen und so weiter. Ich bringe folgendes  auch immer als Beispiel: wir haben noch nie so viel über Nachhaltigkeit gesprochen wie jetzt im Moment. ABER wir haben es trotzdem geschafft in der selben Zeit doppelt so viel Klamotten zu kaufen. Und das schlimme ist, dass wir nicht auch das doppelte an Geld ausgegeben haben, das heißt, dass die Klamotten nur noch die Hälfte kosten! Es ist vor allem wichtig, dass wir wieder Wertschätzung für das Produktes schaffen! Das hat eine verzweigte Auswirkung!

Ein großer Streitpunkt ist immer das Ding, dass es ja eigentlich am Nachhaltigsten wäre nichts zu konsumieren, aber dann eben auch Gegenstimmen sagen, dass man den Menschen in den Produzierenden Ländern die Arbeitsplätze zu nichte macht.

Dieses Argument wird immer kommen, darf man aber nicht geltend machen. Dann kann ich auch genauso sagen, ich kann nicht aus der Atomkraft, weil dann Leute ihren Job verlieren. Dass das nicht von heut auf morgen geht ist klar und dass wir zu viele Menschen auf der Welt sind ist auch klar, aber es geht halt auch ein bisschen anders.

Auch die Argumentation von manchen Verbänden ist fragwürdig, die sagen

„wir können den Leuten dort gar nicht mehr zahlen in Bangladesch, sonst spricht sich das rum, und es kommen noch mehr Menschen vom Land in die Großstadt und was sollen die denn dann machen?“ Aber das liegt eben auch daran, dass man ihnen die Möglichkeit genommen hat auf dem Land Geld zu verdienen, weil wir subventionierte Lebensmittel in ärmere Gebiete schicken, die wir nicht brauchen und damit macht man natürlich deren Landwirtschaft auch kaputt. Das ist alles ein riesen Kreislauf, das lässt sich nicht so einfach verurteilen.

Das, was man machen kann, ist aufmerksam machen, Druck machen, Bewusstsein schaffen. Mein Traum wäre es, dass es so ein Marketinggenie wie Steve Jobs gibt, der die Menschheit so manipuliert, dass die Leute denken, dass sie nicht mehr Konsumieren müssen.

Im Moment ist diese Start Up, Fair Fashion Szene eine positiv Schimmernde Blase. Es muss doch auch eigentlich klar sein, dass diese Nachhaltige Vision eine additive Sache ist. Die Konsumenten, die diese Produkte kaufen, die machen das aus Überzeugung, aber das wird deshalb nicht weniger.  Jetzt ist die Frage, wenn es mehr Unternehmer gäbe, die die ganze Schiene positiv abbilden und auch eine Gesellschaftliche Veränderung wollen, was wäre dann? Das ist ein hartes Brot. Diese Unternehmen können dann aber auch etwas bewirken, auch politisch. Und das durch viel Zähigkeit und viel Stress (Als Beispiel geht es hier vor allem um Manomama aus Augsburg). Wenn es Mehrere solcher Unternehmen gäbe, könnte man vielleicht etwas bewegen.

Ob es jetzt ganz langfristig ein Umdenken gibt, weiß keiner. Wir haben sehr umfangreiche Umfragen zu Zukunftsprognosen über Konsum gemacht. Einerseits unter Fachleuten aber auch 2000 Menschen repräsentativ gefragt. Im Schnitt denken Alle, dass der Konsum nicht nachlassen wird. Es wird mehr nachgefragt werden, nach Nachhaltigkeit, aber das darüber Reden und das aktive Handeln wird sich weiterhin sehr voneinander unterscheiden.

www.innabe.de

Wenn du diese Umfragen auswertest, wirst du auch vor allem sehen: die Leute die immer so tun, als wären sie nachhaltig, die nur recyceltes, bio und faires kaufen, sind in der Bilanz die Umweltschmarotzer. Das sind die, die mit ihrem großen Geländewagen zum Bioladen fahren, sich ein organic Hemdchen kaufen, es einmal tragen und ein gutes Gewissen haben  und dann in die Karibik fliegen.

Die Frage ist doch nicht ob es Nachhaltig ist oder nicht, die Frage ist ob ich es wirklich brauche oder nicht! Und da haben die Menschen, die einmal im Jahr zu Takko fahren, wahrscheinlich die bessere Umweltbilanz als alle, die sich monatlich neue zertifizierte Sachen kaufen. Wir müssen weg von dem emotionalen Konsum – wir haben viel zu viel Sachen die wir nicht brauchen.

Eigentlich wäre es ja dann der Schlüssel, dass wenn ich jetzt ein Nachhaltiges Unternehmen gründe, meinem Konsumenten zu sagen “ kauft mein Produkt nicht bzw. nur dann, wenn ihr es unbedingt braucht“.

Ja, das tut ja Patagonia oder so schon sehr offensiv. Und das führt dazu, dass die Leute das Produkt gerade kaufen. Das ist auch ein Marketing Instrument.

Aber klar, ganze viele Gute Start-ups, eben nicht nur im Verkaufsbereich sondern auch als Modell und soziales Vorbild, können etwas bewirken – das ist aller Achtung wert! Und dann vor allem, wenn man es sinnvoll angeht und Nachhaltigkeit wirklich vermitteln will! Das was zum Beispiel Einhorn macht, da ist cooles Marketing dahinter, das ist Hipp und auf die hör ich vielleicht auch.

Viele Marken stellen nun Produkte mit Recycling Baumwolle her – wie effektiv ist Baumwoll-Recycling überhaupt? Macht das überhaupt Sinn? 

Da muss ich bedenken, dass ich bei fertiger Kleidung, die ich neu verarbeiten will, eine relativ hohe Schädigung an der Faser habe, dadurch, dass ich das fertige Textil schreddere, und wo eine sehr geringe Ausbeute an weiterzuverarbeitendem Material erlange. Ich kann dann 50 % neue Baumwolle zur Geschädigten dazu mischen. 100% Recycelt ist schwierig bis unmöglich, gerade was auch die Qualität angeht! Recycelte Baumwolle kostet aktuell auch doppelt so viel, wie neue Baumwolle.

Wenn ich in meinem Betrieb Produktionsabfälle habe und die meinem eigenen Kreislauf wieder zu führe, ist das ok. Wenn ich aber denke, dass ich ein T-Shirt habe, dass ich ein bis zweimal getragen habe und dann wieder schreddere weil es auf dem Recycling Hof gelandet ist – dann kann ich das nicht verstehen. Warum soll ich denn ein funktionierendes Produkt kaputt machen, um ein Niederwertigeres herzustellen und das dann auch noch als „nachhaltig“ verkaufen – das geht mir nicht in den Kopf.  Wenn Firmen Kleidung produzieren und sagen „ok, das ist übrig, wir verarbeiten das in unsere neue Kollektion rein, für Schnitte und so weiter“ da bin ich absolut dafür. Das ist aber immer noch viel zu teuer, als wenn man das Material neu kauft. Vor allem hat man bei Recycelten Produkten so viel Schadensfälle, weil die Qualität viel schlechter ist – das kann sich niemand lange leisten. Also Schreddern ist immer die blödeste Variante.

Was man vor allem immer im Hinterkopf behalten sollte ist, dass der  Müllberg auch nicht kleiner wird, den man da vermeintlich abarbeitet durch Recycling. Der ist nur verlagert, weil das Textil ja irgendwann wieder auf den Müll kommt.

Also siehst du diese ganze Recycling Nummer so, dass wir einfach verschönern, dass wir viel zu viel konsumieren? 

Ja! Absolut. Der Lösungsansatz für diesen Müllberg ist garantiert nicht Recycling sondern Aufklärung und Vermeidung, dass es gar nicht dazu kommt, dass dieser Müllberg überhaupt entsteht. Wir müssen die Nutzungsdauer verlängern, so lange es geht und dadurch Ressourcen sparen.

Bei diesem ganzen mechanischen Recycling ist ja immer das Argument, dass man Ressourcen einspart, weil man ja beispielsweise das Wasser spart, dass man braucht um die Baumwolle zu bewässern. Das ist aber kritisch zu betrachten, denn während des Recycling Prozesses muss das alte Textil ja auch gereinigt, gebleicht und vieles mehr werden. Das braucht auch alles viel Wasser. Das muss man wirklich exakt von Fall zu Fall bilanzieren.

Der Idealfall ist tatsächlich immer noch, das Kleidungsstück solange zu tragen, bis es nicht mehr zu gebrauchen ist um es dann noch weiter als Putzlappen zu verwenden.

Das Unternehmen Lenzing hat eine neue Fasergeneration vorgestellt: “ refibra“ wird aus Tencel und Textilabfällen aus Baumwolle hergestellt. Wobei die Baumwolle wieder zu Zellulose aufgelöst und neu mit Tencel versponnen wird. Wie bewertest du diese Herangehensweise an das Problem?

Das ist Cool! Ich halt Lenzing da generell für sehr innovativ, und industriell gesehen ist das die Zukunft. Das Unternehmen sagt aber selber noch, dass es sich bis jetzt noch nicht lohnt. Man sollte daran forschen, damit man eine Lösung hat, wenn die Ressourcen irgendwann mal knapp werden, aktuell ist das aber noch irre! Irre in dem Sinn, dass ich das aktuell noch gar nicht Nutze, weil ich noch so viel  Anderes zur Verfügung habe.

Wenn man jetzt aber beispielsweise sagt, dass große Discounter ihre Shirts nicht mehr aus konventioneller Baumwolle sondern nur noch aus Lenzing refibra herstellen?

Das ändert doch auch nicht viel, die werden dann auch nur als Wegwerfprodukt gekauft, und nach 2-mal Tragen weggeschmissen.

Man sollte sich auf jeden Fall industriell und wissenschaftlich wappnen. Wir sind nun mal auf der Welt und wir werden weiter konsumieren, dem muss man gegenüber treten.  Aber wir müssen die Masse reduzieren! Ich halte relativ viel davon, wie es Lenzing macht, also aus nachwachsenden Rohstoffen Textilien herzustellen. Aber diese Textilien muss ich eben auch Wertschätzen lernen!

Also ein guter Gedanke, aber die Wertschätzung  des Produktes fehlt. Man muss im Zuge dieser Innovation und Entwicklung es schaffen, beim Kunden Bewusstsein für das Produkt zu schaffen und ihn dazu bringen, weniger und dafür bewusster zu konsumieren.

 

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Ich denke, für den ein oder anderen war dieses Interview Denkanstoß, Bestätigung oder auch Inspiration! Für Fragen, Anmerkungen und Wünsche bin ich natürlich offen! Habt noch einen wunderbaren Tag.

Wenn dir dieses Interview gefallen hat und du meine Recherchearbeit und die 6 Stunden Nachtschicht unterstützen magst, folge doch gerne diesem link

 

 

Posted by:franzi slows down

Textile Engineering and Sustainable Blogging with focus on slow fashion

12 Antworten auf „Recycling, Konsum und Awareness – ein Interview mit Kai Nebel

  1. Hallo Franzi,
    ich habe Deinen Beitrag auf unserem Kaufdiät-Blog auch rebloggt.
    Vielen Dank für das Interview – das bestärkt uns wieder einmal in unserem nun schon zwei Jahre andauernden Kaufdiät-Projekt. Ich hoffe, dein Artikel trägt dazu bei, dass sich noch viel mehr Leute zum Konsumverzicht durchringen, der in Wirklichkeit gar nicht so viel Verzicht ist, weil man schnell feststellt, dass man viel weniger braucht, als man denkt!
    Viele Grüße
    Martina von der Familie auf Kaufdiät

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  2. Hat dies auf KAUFDIÄT rebloggt und kommentierte:
    Hier habe ich einen Beitrag gefunden, der wieder einmal zeigt, warum unser Konsumverzichts-Projekt so viel Sinn macht – denn Recycling ist auch keine Lösung…
    Auch nicht der neueste Trend: Recycelte Textilien
    Sehr lesenswert!

    Gefällt mir

  3. Hallo Franzi,
    ein tolles Interview! Sehr schön zu lesen und es spricht mir wirklich aus dem Herzen. Danke dafür. Ich würde es gerne bei mir rebloggen – darf ich? (Rhinofino.wordpress.com)
    Alles Liebe, Paula

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