“ Und manchmal muss man erst ganz weit weg von sich selbst, um zu verstehen wer man wirklich ist.“ – Life Update Pt.2

Eigentlich wollte ich Part 2 eines New York City life updates schreiben – dann bin ich aber auf Bilder vom Sommer gestoßen, erschrocken und habe dann beschlossen, dass mir da wohl ein anderes Thema viel mehr auf dem Herzen liegt. Ist im Endeffekt wohl auch eine Art „Life Update“.

P1100489[ all 2nd Hand ]

Das Bild wurde im Sommer in Wien geschossen. Und ich will euch mal bitten euer Hirn einfach laufen zu lassen.

Wenn ich das Bild sehe, dann sehe ich da mich, weder wirklich glücklich noch selbstbewusst, weder frei noch zufrieden. Um ehrlich zu sein, gings mir gar nicht gut.  Ich bin um diese Zeit jeden Tag stundenlang joggen gegangen, bis sich meine rechte Sehne entzündet hat, einfach nur um nicht denken zu müssen. Ich hatte weder Spaß am essen, noch irgendwie Hunger. Ich weiß noch, dass ich es kein einziges Mal geschafft hab, morgens meinem Spiegelbild zu sagen, wie schön ich es finde und das ich stolz auf die Frau da im Spiegel bin.

Ich hab seit 2 Jahren mit ekelhaft nervigen stressbedingten Rückenschmerzen kämpfen müssen und lag nicht selten nachts im Bett und hab einfach nicht schlafen können weil es mir alles abgeschnürt hat. Auf die Rückenschmerzen folgten dann Kopfschmerzen, weil verspannt eben. Ich stand 24/7 unter Strom. Ich hab nur noch funktioniert, ohne mich dabei wirklich wohl  zu fühlen. Deine persönliche Energie ist limitiert, das ist keine endlose Ressource, für mich war es Eine, und die Energie die ich über mein „Energiekonto“ hinaus benutzt habe, die hab ich von der Energie eben abgezogen, die ich lieber in mich selbst investiert hätte. Wenn man es so will, hab ich meinen Körper Jahrelang mit einem negativen Energiekonto Stand versucht aufrecht zu halten und dabei mir noch schön regelmäßig mit Selbstkritik und Stress ne weitere Null drauf gehauen. Im Sommer ist es dann eskaliert, und das erzähle ich jetzt nicht um zu jammern oder damit zu prahlen, dass mein Körper unter anderem innerhalb ein paar Wochen über 10 Kilo verloren hat. Ich will auch nicht über die zwischenmenschlichen und persönlichen emotionalen Hintergründe eingehen, die das Fass zum überlaufen gebracht haben.

Was ich will ist, dass dieses Selbstliebe Thema endlich wegkommt von der rosaroten Blase und mehr Leute erzählen wie scheiße schwer es ist morgens in den Spiegel zu schauen, und sich zu akzeptieren, sich zu lieben und aus dieser Liebe Kraft zu schöpfen.

 

P1130642[ all 2nd Hand ]

Dieses Bild ist vor ein paar Tagen entstanden und ich könnt wirklich vor Freude heulen, wenn ich es sehe. Die selbe Hose wie in Bild eins, ein paar Kilo und vor allem Muskeln mehr – aber das ist mal Nebensache.

Um was es mir geht ist meine Körperhaltung, meine Augen und die Gewissheit, dass ich verdammt stolz auf das bin, was ich bin.

Ich habe seit Wochen keine Rückenschmerzen mehr gehabt und genau 3 oder 4 mal eine Schmerztablette gegen Kopfschmerzen in den letzten 5 1/2 Monaten geschluckt. Ich habe angefangen so viel Sport und Yoga zu machen, dass ich mich stark und gut dabei fühle und das für mich ganz alleine. Ich habe angefangen genau das zu essen was mein Körper will und was er braucht. Ich habe in den letzten 5 Monaten mehr Zeit mit mir selbst verbracht, als mit anderen Menschen, bin stundenlang einfach durch New York gelaufen, habe Musik gehört, mich von Podcasts inspirieren lassen, bin in Museen gegangen und hab ganz viel Kaffee getrunken – mit mir ganz alleine. Ich hab mich stundenlang mit einer Tasse Tee auf unseren Rooftop gestellt und New Yorks Lichter beobachtet und so viele Lebensziele wie noch nie erreicht. Ich habe es geschafft fokussiert zu bleiben und nur darin Zeit und Kraft zu investieren, was mir wirklich wichtig ist und mich weiter bringt. Und genau das habe ich nur deswegen geschafft, weil ich das erste mal in meinem Leben mich von mir und meiner Intuition leiten lassen habe und nicht von anderen. Alles ist Energie und ich habe es endlich geschafft die Energie die ich habe , so einzusetzen, dass sie an den richtigen Stellen ankommt und ich noch genug für mich übrig habe.

Ich will das erzählen, weil ich weiß wie viele Frauen in ihren 20gern damit kämpfen. Wie schwierig es ist, an den Punkt zu gelangen, sich morgens im Spiegel zu betrachten und keine Energie damit zu verschwenden, sich zu kritisieren sondern positive Kraft aus diesem Spiegelbild zu schöpfen.

Ich bin kein Gesellschaftswissenschaftler, und weiß jetzt nicht ob ich Social Media, Filmen oder Zeitschriften die Schuld in die Schuhe schieben soll, aber es ist wahrscheinlich der 24/7 Input der täglich auf uns einprasselt gepaart mit dem Input deines Umfelds, dass ja genau den gleichen Input bekommt wie du (diese These ist ja nichts Neues). Ich war jahrelang getrieben von Selbstperfektion, ich habe mich toxisch mit allem Verglichen was ging und „Fehler machen“ war ungefähr das schlimmste was mir passieren konnte. Ich habe nie „Nein“ gesagt, sondern es versucht allem und jeden Recht zu machen und das kleine bisschen Energie das ich übrig hatte, habe ich darin investiert, mir zu erklären, dass ich nicht mit mir zufrieden bin und was ich noch alles ändern sollte oder könnte.

Das Ding mit dieser Selbstliebe ( boah wir müssen da echt einen neuen Begriff für finden der noch nicht vom Marketing kaputt getreten wurde ) ist, dass dir da eben niemand außer du selbst helfen kann. Aber dass es verdammt wichtig ist, dass du dich damit auseinander setzt, egal wie schwer oder unmöglich es zu sein scheint. Denn wenn ich was gelernt habe die letzten Monate, dann dass dein Leben nur so funktioniert, wie du willst, wenn du 100 Prozent mit dir selbst im Reinen bist.

Du wirst nur Kraft und Fokus für deine Lebensziele haben, wenn du keine Kraft und keinen Fokus darin verschwendest, dich dauernd toxisch perfektionieren zu wollen.

Und da gibt es eben keine Anleitung für, weil jeder eben anders ist. Was ich aber auch gelernt hab ist, dass es weder einfach noch schön ist, dass man sich eben 100 mal mit sich selbst konfrontieren muss und das ohne Filter, aber das diese Arbeit sich krass lohnt.

Erst wenn du angekommen bist und deine Comfort Zone gefunden hast, kannst du auch aus ihr austreten um dich gesund weiter entwickeln. Also wenn du morgens in Spiegel schaust und dir denkst “ hey du , du siehst toll aus und ich stehe 100% hinter dir und hinter dem was du machst und jetzt lass da rausgehen und die Welt verändern.“ ohne dabei auch nur einen kleinen negativen Hintergedanken zu haben.

 

 

franzi slows down

Textile Engineering and Sustainable Blogging with focus on slow fashion

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